Sanja Ivekovic

PR für Ausstellung: Klassische Pressearbeit, Online PR, Social Media PR

Sanja Iveković, "Ich war, ich bin, ich werde sein"! 6.6. – 1.8.2015, daadgalerie

Seit den 1970er Jahren konzipiert und realisiert Sanja Iveković Projekte für den öffentlichen Raum. Immer wieder hat sie sich dabei mit Formen und Kontexten öffentlicher Erinnerungskultur beschäftigt. Mit ihrem Vorschlag, Ludwig Mies van der Rohes Denkmal für Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht und die Revolutionäre der Arbeiterbewegung unter heutigen Vorzeichen wieder zu errichten, fordert Iveković vorherrschende Erinnerungspolitiken heraus und knüpft an die konfliktreiche Geschichte des Denkmals an, die keinesfalls mit seiner Zerstörung 1933 endete.

In der Ausstellung „Ich war, ich bin, ich werde sein!“ präsentiert Sanja Iveković das historische „Revolutionsdenkmal“ Mies van der Rohes als konzeptuelle Grundlage und Forschungsobjekt im Kontext linker Revolutionen. Das Original sowie ihr eigener Denkmalentwurf dienen ihr als Medium zur Sichtbarmachung von und Auseinandersetzung mit latenten Konflikten und Widersprüchen.

Sanja Iveković dgilt als eine der bedeutendsten Vertreterinnen der kroatischen Kunstszene, die seit den frühen 19701970er-Jahren ein engagiertes künstlerisches Werk zu Fragestellungen der Geschlechterrollen, der Medien und der Identität voran getrieben hat. Iveković ist Teil einer Generation von Künstlern, die, unter dem Namen „Nova Umjetnička Praksa” - Neue Künstlerische Praxis - bekannt geworden, im Jugoslawien der Zeit nach 1968 nach Unabhängigkeit von staatlicher Einflussnahme strebten und zu einer Öffnung der Kunst hin zu neuen Praktiken und unmittelbar gesellschaftlich relevanten Fragestellungen drängten. Sanja Iveković wurde 1949 in Zagreb geboren und lebt dort. Ihre Arbeiten waren u.a. in Einzelausstellungen im MoMA, New York (2011–2012), im Van Abbemuseum, Eindhoven (2009), im Muzeum Sztuki, Lodz (2007), im Kölnischen Kunstverein (2007) und in der Fundació Antoni Tàpies, Barcelona (2007), zu sehen. Iveković war auf der Gwangju Biennale (2010), documenta 8, 11, 12 und 13 (1987, 2002, 2007, 2012) und der Istanbul Biennial (2009, 2007) vertreten.

Im Zentrum des parallel zur Ausstellung im HAU stattfindenden Symposiums „Memorial For(u)ms – Histories of Possibility“ (3.–4.7. 2015) steht die Frage, welche diskursive oder ästhetische Form einer (gescheiterten/ unvollendeten) Revolution angemessen ist, und wofür die Rekonstruktion des Denkmals heute stehen würde? Rosa Luxemburgs kanonische Fragestellung ‚Reform oder Revolution?‘ und die Ereignisse der Novemberrevolution von 1918/19 dienen als Ausgangspunkte für eine Untersuchung der widersprüchlichen Erscheinungsformen eines revolutionären Gedächtnisses, das durch Märtyrertum und Heroismus, Optimismus und Melancholie geprägt ist.


www.berliner-kuenstlerprogramm.de
www.daadgalerie.de

Sanja Iveković, Monument to Revolution (After Mies), 2014. Proposal sketch