Black Bandits

PR für Ausstellung: Klassische Pressearbeit, Social Media PR (2015)

BLACK BANDITS, 24. April - 21. Juni 2015, Haus am Lützowplatz, Berlin, Eröffnung: Donnerstag, 23. April 2015, 19 Uhr
Mit Werken von: Johannes Albers, Thomas Behling, Olivia Berckemeyer, John von Bergen, Marc Bijl, Norbert Bisky, Emmanuel Bornstein, Thorsten Brinkmann, Jeanno Gaussi, Axel Geis, Philip Grözinger, Ursus Haussmann, Uwe Henneken, Jenny Löbert, Jonathan Meese, Deimantas Narkevičius, Gerhard Richter, Römer + Römer

Das Haus am Lützowplatz befasst sich in Form einer Ausstellung zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler – darunter Norbert Bisky, Jeanno Gaussi, Jonathan Meese und Deimantas Narkevičius – mit dem Namensgeber des Platzes im Bezirksteil Tiergarten. Ludwig Adolph Wilhelm Freiherr von Lützow wurde im Februar 1813 Befehlshaber einer preußischen Freiwilligeneinheit, die für den Krieg gegen Napoleon aufgestellt wurde. Ihre Mitglieder wurden nicht unter Zwang im Rahmen einer staatlich verordneten Mobilmachung eingezogen, sondern setzten im Verständnis eines patriotisch gestimmten Freiheitskampfes ihr Leben aufs Spiel. Ihre mitgebrachte Kleidung wurde einheitlich schwarz gefärbt, woraus sich insbesondere für die Kavallerie der Lützower der Beiname Schwarze Jäger ableitete. Das Lützowsche Freikorps war militärisch nicht sonderlich erfolgreich, erlangte jedoch im Zuge der National- und Freiheitsbewegung des Vormärz große Bekanntheit. In ihm kämpfte ein besonders hoher Anteil von Künstlern und Intellektuellen. Neben Friedrich Ludwig Jahn und Karl Friedrich Friesen, den Begründern der paramilitärisch ausgerichteten Turnbewegung in Berlin, zählten dazu der Pädagoge Friedrich Fröbel, der Theologe Heinrich Herrmann Riemann, die Maler Philipp Veit, Friedrich Olivier und Georg Friedrich Kersting sowie die Dichter Joseph von Eichendor–ff und Theodor Körner.

Die Ausstellung hat keine rein geschichtliche Aufarbeitung des Themas zum Ziel. Im Bewusstsein der Stärke und auch aktuellen Brisanz des historischen Narrativs setzt sie auf die Autonomie der zeitgenössischen Werke im Hinblick auf einen dadurch geö–ffneten Resonanzraum zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Es geht bei den Arbeiten, die zum Teil speziell für die Ausstellung gescha–ffen wurden, nicht um die Illustration von Geschichte, sondern um die Markierung von Brüchen und Verwerfungen beim Prozess des Erinnerns der Ereignisse vor zweihundert Jahren und deren Spuren im heutigen kollektiven Bewusstsein.

Ausstellungswebsite

Uwe Henneken, Marie Malaise, 2007, Eisen, Stahl, Aluminium und Holz, lackiert, 110 x 250 x 180cm

Pressestimmen (Auswahl):

art: Wie bei einer Séance werden die Geister der Vergangenheit beschworen ... Bislang galten Preußenfimmel und zeitgenössiche Kunst in Berlin als entgegengesetzte Pole. Mit Black Bandits und knapp 20 Werken der Gegenwartskunst tritt Wellmann nun den Gegenbeweis an. Die These: Wer nach Preußen sucht, der muss nur am Lack des neuen Berlin kratzen.

Berliner Morgenpost: Gelungen ... verbindet auf spielerische Weise Geschichte und ihre Konstruktion

Berliner Zeitung: Das Düstere und das Pop-Bunte liegen in dieser Schau dicht beieinander.

B.Z.: Jonathan Meese im Interview: "Bei der Ausstellung Black Bandits war für Meese das „Eiserne Kreuz“, die „Kunstuniform“ und das Totalspiel „K.U.N.S.T.“ ausschlaggebend"

B.Z. am Sonntag: Nationale Verklärung oder simple Rückschau ist dabei kein Thema, im Gegenteil, es soll um die Brüche und Verschiebungen im historischen Bewusstsein gehen

Der Tagesspiegel: Die Aus­stel­lung „Black Ban­dits“ nä­hert sich dem The­ma mit knapp zwan­zig Wer­ken von Ge­gen­warts­künst­lern: Mal ist es knal­li­ge Pop-Art, mal sind es düs­te­re Ge­mäl­de, da­zwischen Vi­deo­in­stal­la­tio­nen ... Wer war Lüt­zow?, woll­te Ku­ra­tor Well­mann zu Be­ginn sei­ner Re­cher­chen wis­sen. Dank aus­führ­li­cher his­to­ri­scher Er­läu­te­run­gen er­fährt der Be­su­cher von „Black Ban­dits“ viel über die Hin­ter­grün­de der An­ge­hö­ri­gen des Korps

Exberliner: The show is a reminder that the past is never really removed from the present - and there´s no limit to the number of ways that artists can reimagine history

Neues Deutschland: Wellmann schafft einen interessanten Guck- und Vergegenwärtigungsapparat mit faszinierenden Sichtachsen und assoziativen Bezügen ... Eine vielschichtige Ausstellung zu einem gar nicht verstaubten Thema, die zudem der Heroisierungsfalle schlau entgeht

taz: Eine interessante Raumanordnung durch ungewöhnliche Sichtachsen und die Arbeiten namhafter KünstlerInnen wie Jonathan Meese, Gerhard Richter oder Norbert Bisky runden die Ausstellung ab (Artikel lesen)

tip: BLACK BANDITS schlägt eine Brücke zwischen den Jahrhunderten und den Disziplinen [...], ohne dabei geschichtliche Ereignisse zu illustrieren