Inseldasein

PR für Ausstellung: Klassische Pressearbeit, Pressetermine, Pressetexte (2013)

daadgalerie, 8. Juni – 27. Juli 2013, Künstler: Allora & Calzadilla, Álvaro Barrios, Sarnath Banerjee, Chang Chaotang, Christopher Cozier Alvin Curran & Willem de Ridder, Trisha Donnelly, Annika Eriksson, Allan Kaprow, Christodoulos Panayiotou, Beatriz Santiago Muñoz, Stuart Sherman, Fiona Tan, Ben Vautier, Ryszard Wasko Stephen Willats, Kuratorinnen: Kasha Bittner & Catalina Lozano

Die Ausstellung möchte der Insel als Idee nachgehen, um sich dann mit realen Inseln auseinanderzusetzen. Im Zentrum steht dabei zum einen – ausgehend vom Kontext der geopolitischen Enklave, die zwischen 1949 und 1990 den Namen West-Berlin trug – die metaphorische Wahrnehmung eines politischen Raums, zum anderen aber auch das Inseldasein im geografischen Sinne und als reale soziopolitische Existenz der heutigen Inseln und Inselstaaten.

Viele der internationalen Gäste des DAAD verfügten dank ihrer Außenperspektive über einen geschärften Blick auf die Realität West-Berlins, dessen Isoliertheit, Abgetrenntheit und Einsamkeit, aber auch spezielle Autonomie und besondere Freiheit sie thematisierten. Die Ausstellung zeigt einige Arbeiten von ehemaligen Gästen des DAAD, die in diesem Kontext entstanden sind: Allan Kaprow baute am 1970 eine Mauer aus Brot und Marmelade auf, eine Kunstmauer, die er anschließend gemeinsam mit Freunden einriss – die Ausstellung zeigt eine Fotodokumentation der „Sweet Wall“ genannten Aktion. Stephen Willats untersuchte das „Leben in vorgegebenen Grenzen“ der Stadt anhand von vier gesellschaftlichen „Inseln“: Abhängigkeit, Isolation, Flucht und Passivität (1981). Alvin Curran und Willem de Ridder näherten sich der Stadt an, indem sie Interessierte auf eine Audio-Tour durch das West-Berlin des Jahres 1986 schickten. Ryszard Wasko lässt in seiner graphischen Arbeit von 1987 den Checkpoint Charlie dekonstruieren. Annika Eriksson wiederum geht noch heute der symbolischen Subkultur West-Berlins nach – in der Ausstellung werden ihre 2010 entstandenen Porträts von Berliner Punks zu sehen sein. Obwohl die Arbeiten der DAAD-Gäste nicht immer von der Vorstellung der Abgeschiedenheit und Isolation geprägt sind, zeichnen sie doch das Bild einer besonderen, von politischer Realität bestimmten Gesamtheit.  

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@ Ben Vautier, Berlin ist allein, 1978, Courtesy: the Artist
Ausstellungsansicht, Foto © Krzysztof Zielinski