Gewalt und Geschlecht

 

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Gewalt und Geschlecht. Männlicher Krieg - Weiblicher Frieden? Sonderausstellung des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr, 27. April – 30. Oktober 2018Sind Gewalttätigkeit und Gewaltfähigkeit eine Frage des Geschlechts?

Ist „weiblich“ das Pendant zu „schwach“, „männlich“ das Pendant zu „soldatisch“? Oder ist das, was als typisch männliches und weibliches (Gewalt-)Verhalten gilt, die Folge von gesellschaftlichen Regeln und Traditionen, die folglich auch veränderbar sind? So wie der Krieg aus dem Frieden hervorgeht und der Frieden kein gewaltfreier Zustand ist, ist auch die Unterscheidung der Geschlechter nicht so eindeutig, wie die Bezeichnung von der friedfertigen Frau und dem gewalttätigen Mann vermuten lässt.Mit der Ausstellung „Gewalt und Geschlecht. Männlicher Krieg - Weiblicher Frieden?“ nimmt sich das Militärhistorische Museum der Bundeswehr auf wissenschaftlich fundierte und zugleich spielerische Weise dieser Thematik an.

In der ersten zeitlich übergreifenden kultur- und sozialhistorischen Ausstellung seit der Neueröffnung 2011 werden vermeintliche Gewissheiten hinterfragt und aktuelle Vorstellungen von Weiblichkeit und Männlichkeit mit der Geschichte kontrastiert, die unterschiedlichste Manifestationen von Gewalt und Geschlecht kennt. Über 1000 Objekte und Werke – darunter Gemälde, Skulpturen, Fotografien, Zeichnungen, wissenschaftliche Studien, chirurgische Geräte, Uniformen, Tagebücher, Waffen, Fahrzeuge, Alltagsgegenstände, archäologische Fundstücke, Tondokumente und Filme – zeigen überraschende interdisziplinäre Perspektiven auf und entwerfen ein aufregendes und erkenntnisreiches Panorama zum Spannungsfeld zwischen Gewalt und Geschlecht.

Das Begleitprojekt „Targeted Interventions“ – gefördert von der Kulturstiftung des Bundes – stimmt die Besucherinnen und Besucher vor dem Betreten des Museums auf die Sonderausstellung ein. Im Außengelände um das Gebäude herum, an der Fassade, auf der Attika und im Erdgeschoss des Neubaus von Daniel Libeskind setzen sich Werke zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler aus sechs Nationen mit der Ausstellungsthematik auseinander. Mit den Installationen von Louise Bourgeois, Birgit Dieker, Sylvie Fleury, Steinunn Thórarinsdóttir, den Guerrilla Girls, Morten Traavik und Via Lewandowsky werden Markierungen im Gesamtkomplex des Museums gesetzt, die gängige Erwartungen an den Gedächtnisort deutscher Militärtradition hinterfragen.

www.mhmbw.de

Trostfrauen (Comfort Women) – Wainem, Fotograf: Jan Banning Mojogedang (West Java), 1925–2012. Während des Asien-Pazifik-Krieges (1937–1945) hatte die japanische Armee in sämtlichen von ihr besetzten Gebieten Frontbordelle für ihre Soldaten eingerichtet und damit ein gigantisches Netzwerk sexueller Versklavung geschaffen. Bis heute sind die Verbrechen an den sogenannten Trostfrauen in Japan tabuisiert. Die Regierung weigert sich noch immer, die historische Verantwortung für die verübten Menschenrechtsverletzungen zu übernehmen und den Frauen eine finanzielle Entschädigung für das erlebte Leid zukommen zu lassen. Jan Banning hat insgesamt 18 Frauen aus Indonesien porträtiert, die das Martyrium überlebt haben. Nach mehr als sechs Jahrzehnten waren sie erstmals bereit, öffentlich von den erlebten Gräueltaten zu berichten. Bildnachweis: Jan Banning/Panos Pictures/VISUM